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Raspberry Pigilt für Raspberry Pi OS Trixie

Wie richte ich einen Raspberry Pi ein, mit WLAN, SSH und fester IP?

Ein neuer Raspberry Pi soll ohne Bildschirm und Tastatur ins Heimnetz: Image auf die Karte, WLAN, SSH, eine feste IP-Adresse und die richtige Zeitzone. Viele Anleitungen im Netz stammen noch aus der Zeit mit dem Benutzer pi und der Datei wpa_supplicant.conf. Wie geht das heute?

Von 4 Min. Lesezeit

Lösung

Kurz: Mit dem Raspberry Pi Imager. Er schreibt das System auf die Karte und setzt vorab Benutzer, WLAN, SSH, Zeitzone und Tastatur. Die feste IP-Adresse kommt danach per nmcli, denn Raspberry Pi OS nutzt seit Bookworm den NetworkManager.

1. System auf die Karte schreiben

  1. Den Raspberry Pi Imager von raspberrypi.com/software installieren und starten.
  2. Modell wählen, dann das Betriebssystem, für einen Server ohne Bildschirm „Raspberry Pi OS Lite (64-bit)“, dann die Speicherkarte.
  3. Danach öffnet der Imager (ab Version 2.0) von selbst die Anpassung, in der englischen Doku „Customisation“. Nacheinander Hostname, Ort (setzt Zeitzone, Tastatur und WLAN-Land), Benutzername und Passwort, WLAN-Name und WLAN-Passwort eintragen und unter Fernzugriff SSH einschalten. Nicht überspringen, sonst fragt der Pi das alles erst beim ersten Start am Bildschirm ab.
  4. Schreiben, Karte in den Pi, Strom anschließen. Nach ein bis zwei Minuten ist er im Netz.

2. Per SSH verbinden

ssh daniel@raspberrypi.local

Statt raspberrypi den im Imager gewählten Hostnamen und statt daniel den eigenen Benutzernamen einsetzen. Klappt der Name nicht, steht die IP-Adresse in der Geräteliste des Routers.

3. Aktualisieren

sudo apt update
sudo apt full-upgrade

4. Feste IP-Adresse setzen

Zuerst den Namen der Verbindung nachsehen:

nmcli connection show

Unter Trixie legt der Imager das WLAN über Netplan an. Die Verbindung heißt dann netplan-wlan0- plus WLAN-Name, bei einem WLAN namens FRITZ!Box 7590 also netplan-wlan0-FRITZ!Box 7590. Die Kabelverbindung heißt netplan-eth0. Unter Raspberry Pi OS Legacy (Bookworm) heißt die WLAN-Verbindung dagegen preconfigured. Den Namen in einfache Anführungszeichen setzen, dann stören weder Leerzeichen noch Sonderzeichen. Die Adressen im Beispiel passen zu einer FRITZ!Box im Auslieferungszustand:

sudo nmcli connection modify 'netplan-wlan0-FRITZ!Box 7590' \
  ipv4.method manual \
  ipv4.addresses 192.168.178.50/24 \
  ipv4.gateway 192.168.178.1 \
  ipv4.dns 192.168.178.1
sudo nmcli connection up 'netplan-wlan0-FRITZ!Box 7590'

Die SSH-Verbindung reißt dabei ab, danach unter der neuen Adresse neu verbinden. Die Adresse muss außerhalb des Bereichs liegen, den der Router selbst verteilt. Einfacher und von Raspberry Pi selbst empfohlen: die Adresse im Router für den Pi reservieren, dann bleibt der Pi auf „automatisch“ und bekommt trotzdem immer dieselbe.

Nachträge

Warum gibt es den Benutzer pi nicht mehr?

Seit April 2022 legt Raspberry Pi OS keinen Standardbenutzer mit bekanntem Passwort mehr an. Den Benutzer wählt man beim Einrichten selbst. Anleitungen, die sich mit pi und raspberry anmelden, stammen aus der Zeit davor.

Wie ändere ich Zeitzone oder Tastatur nachträglich?

Über sudo raspi-config unter Localisation Options. Die Zeitzone geht auch direkt mit sudo timedatectl set-timezone Europe/Berlin, timedatectl ohne weitere Angabe zeigt die aktuelle Einstellung.

Wie verbinde ich später ein anderes WLAN?

nmcli device wifi list zeigt die Netze in Reichweite, sudo nmcli device wifi connect "NetzName" password "Passwort" verbindet und legt für das Netz ein Profil an, das NetworkManager beim nächsten Mal wieder nutzt. Mit sudo nmcli --ask device wifi connect "NetzName" fragt nmcli das Passwort ab, dann landet es nicht in der Befehlshistorie.

Unter Trixie finde ich keine Datei in /etc/NetworkManager, stimmt was nicht?

Nein. Seit Trixie steht die Netzwerkkonfiguration in Netplan unter /etc/netplan/, weil der Imager jetzt mit cloud-init arbeitet. NetworkManager und nmcli funktionieren wie gewohnt. Änderungen mit nmcli speichert NetworkManager in einer Datei /etc/netplan/90-NM-…yaml, deren Name die Kennung der Verbindung enthält, nicht ihren Namen. Sie bleiben also auch nach einem Neustart erhalten. Die Verbindungsdateien, die NetworkManager selbst liest, erzeugt Netplan bei jedem Start neu unter /run/NetworkManager/. Von Hand bearbeitet man weder diese noch die YAML-Dateien, sondern ändert alles mit nmcli.

Warum fragt sudo nach dem Passwort?

Seit der Ausgabe vom April 2026 ist sudo ohne Passwort ab Werk abgeschaltet. Das eigene Passwort eingeben, danach merkt sich sudo es für ein paar Minuten. Ältere Skripte, die sich darauf verlassen haben, brauchen eine eigene Regel in /etc/sudoers.d/, besser aber gar keine.

Wo liegt die config.txt?

Seit Bookworm, also auch unter Trixie, unter /boot/firmware/config.txt. Anleitungen, die /boot/config.txt nennen, stammen aus der Zeit von Bullseye und älter.

Quellen