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Raspberry Pigilt für Raspberry Pi OS Bookworm

Wie mache ich aus einem Raspberry Pi ein kleines NAS?

Ein Raspberry Pi und eine USB-Festplatte sollen als kleiner Netzwerkspeicher für Fotos, Backups und Filme dienen. Wie bindet man die Platte so ein, dass sie nach jedem Neustart da ist, und wie kommen Windows und Linux darauf?

Von 4 Min. Lesezeit

Lösung

Kurz: Platte mit lsblk finden, mit ext4 formatieren, über ihre UUID in der /etc/fstab einhängen, dann per Samba für Windows oder per NFS für Linux freigeben. Ein Raspberry Pi 4 oder 5 mit Netzwerkkabel ist dafür die richtige Wahl.

Platte finden und formatieren

lsblk -o NAME,SIZE,MODEL,FSTYPE,MOUNTPOINT

Die USB-Platte erscheint meist als sda. Genau auf die Größe achten, formatieren löscht alles. Hat die Platte schon eine Partition sda1:

sudo mkfs.ext4 -L daten /dev/sda1

ext4 behält Linux-Rechte und ist robust. Soll die Platte später auch direkt an einem Windows-PC lesbar sein, wäre exFAT die Alternative, dann aber ohne Linux-Rechte.

Dauerhaft einhängen

sudo blkid /dev/sda1
sudo mkdir -p /srv/daten

Mit der angezeigten UUID eine Zeile in /etc/fstab ergänzen:

UUID=deine-uuid  /srv/daten  ext4  defaults,nofail  0  2

nofail sorgt dafür, dass der Pi auch ohne angeschlossene Platte startet. Testen mit sudo mount -a, danach dem eigenen Benutzer den Ordner geben: sudo chown daniel:daniel /srv/daten.

Freigeben

Für Windows-Rechner eine Samba-Freigabe auf /srv/daten anlegen, für Linux-Rechner eine NFS-Freigabe. Beides kann parallel laufen.

Nachträge

Die Platte schaltet sich ab oder wird nicht erkannt

Große 2,5-Zoll-Platten ziehen beim Anlaufen viel Strom über USB. Am sichersten ist eine Platte mit eigenem Netzteil oder ein aktiver USB-Hub. Beim Raspberry Pi 5 begrenzt die Firmware den Strom an den USB-Buchsen, wenn das Netzteil nicht als 5-A-Netzteil erkannt wird. Das offizielle 27-W-Netzteil vermeidet das.

Wie schicke ich die Platte schlafen?

Mit sudo hdparm -S 120 /dev/sda geht die Platte nach 10 Minuten Leerlauf in den Ruhezustand, der Wert zählt in Schritten zu 5 Sekunden. Viele USB-Gehäuse leiten den Befehl aber nicht weiter. Dann hilft das Programm hd-idle, das die Platte selbst schlafen legt.

Wie schnell ist so ein NAS?

Ein Raspberry Pi 4 oder 5 mit Gigabit-Anschluss und USB 3 schafft über Samba oft 80 bis über 100 MB/s, ein Pi 3 wegen seines langsameren Netzwerkanschlusses nur einen Bruchteil davon. Was im eigenen Netz tatsächlich durchgeht, misst iperf3.

Und die Datensicherung?

Ein NAS mit einer einzigen Platte ist keine Sicherung, sondern nur ein anderer Speicherort. Wichtige Daten gehören zusätzlich auf einen zweiten Datenträger. Wer zwei Platten anschließt, kann sie auch als RAID 1 spiegeln, das ersetzt die Sicherung aber ebenfalls nicht.

Quellen