Boot & Installationgilt für Ventoy 1.1.17
Wie baue ich mit Ventoy einen Multiboot-USB-Stick?
Auf einem USB-Stick sollen mehrere Systeme liegen: ein Windows-Installer, ein Linux-Live-System und ein paar Rettungswerkzeuge. Früher hieß das, für jedes System einen eigenen Stick zu brennen oder sich durch GRUB-Menüs zu kämpfen. Geht das einfacher?
Lösung
Kurz: Mit Ventoy. Das Programm richtet den Stick einmal ein, danach kopierst du ISO-Dateien einfach wie normale Dateien darauf. Beim Starten vom Stick zeigt Ventoy ein Menü mit allen ISOs. Achtung: Die Einrichtung löscht den Stick.
Unter Windows einrichten
- Ventoy von der offiziellen Seite
ventoy.netoder aus dem GitHub-Projekt laden und das ZIP entpacken. Ventoy2Disk.exestarten und oben den richtigen USB-Stick auswählen. Genau hinsehen, der Datenträger wird komplett gelöscht.- Wer Rechner mit eingeschaltetem Secure Boot starten will, setzt vorher im Menü Option → Secure Boot Support den Haken. Die Einstellung ist ab Werk aus.
- Auf Install klicken und die beiden Warnungen bestätigen.
Unter Linux einrichten
Nach dem Entpacken im Ventoy-Ordner. Den Gerätenamen des Sticks zeigt lsblk, hier ist es
/dev/sdX:
sudo sh Ventoy2Disk.sh -i -s /dev/sdX
-s schaltet die Secure-Boot-Unterstützung ein, ohne diesen Schalter bleibt sie aus. Wer lieber
klickt, findet im selben Paket eine grafische Oberfläche und eine Web-Oberfläche, die
VentoyWeb.sh startet.
ISO-Dateien kopieren und starten
Nach der Einrichtung erscheint der Stick als normales Laufwerk mit dem Namen „Ventoy“. Darauf einfach die ISO-Dateien kopieren, gern auch in Unterordner. Dann den Rechner vom Stick starten, meist über eine Taste wie F12, F8 oder Esc beim Einschalten. Ventoy listet alle ISOs zur Auswahl.
Die Datenpartition ist mit exFAT formatiert. Dateien über 4 GB, wie die Windows-ISOs, sind deshalb kein Problem, und der restliche Platz lässt sich für normale Dateien nutzen.
Nachträge
Was mache ich bei Secure Boot?
Ventoy kann mit eingeschaltetem Secure Boot starten, wenn die Unterstützung bei der Installation eingeschaltet wurde (siehe oben). Beim ersten Start auf einem Rechner erscheint dann ein blauer Bildschirm, der MOK-Manager. Dort „Enroll key from disk“ wählen, die Schlüsseldatei auf dem Stick auswählen, bestätigen und neu starten. Danach ist Ventoy auf diesem Rechner freigeschaltet. Seit Version 1.1.13 ist das wegen der Umstellung auf das neue Microsoft-Zertifikat von 2023 ein neuer Schlüssel. Wer ihn mit einer älteren Version schon eingetragen hat, muss ihn nach dem Update noch einmal eintragen.
Wie aktualisiere ich Ventoy, ohne die ISOs zu verlieren?
Neue Version laden, Ventoy2Disk.exe starten und diesmal Update statt Install
wählen. Das erneuert nur den Startbereich, die ISO-Dateien und alle anderen Dateien bleiben liegen. Unter
Linux heißt der Schalter -u statt -i.
Ein ISO startet nicht, woran liegt es?
Die meisten verbreiteten ISOs laufen, eine Liste der getesteten Dateien steht auf der Ventoy-Seite. Hängt ein Linux-System beim Start, hilft oft der GRUB2-Modus: die ISO im Menü markieren und Strg + R drücken. Er funktioniert nur bei Linux-ISOs, nicht bei Windows. Ansonsten lohnt ein Blick, ob der Rechner im BIOS- oder UEFI-Modus startet, und ob das ISO diesen Modus unterstützt.
Ist Ventoy vertrauenswürdig?
Seit 2024 gibt es Kritik daran, dass im Quellcode von Ventoy vorkompilierte Programmteile liegen, deren Bau sich nicht nachvollziehen lässt. Der Entwickler hat 2025 darauf reagiert, betont, dass Ventoy vollständig quelloffen ist, und führt seitdem eine Liste dieser Dateien. Einen Nachweis für Schadcode gibt es nicht. Wer ganz sichergehen will, lädt Ventoy nur von der offiziellen Seite oder aus dem GitHub-Projekt.