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Raspbian Wheezy: 433MHz Funksteckdosen über den Raspberry Pi steuern


Die gängigen im Handel erhältlichen Funksteckdosen arbeiten im 433MHz Frequenzband. Mit einem 433MHz Sendemodul kann man diese Funksteckdosen auch mit einem Raspberry Pi steuern. Die folgende Anleitung soll Ihnen zeigen, wie Sie zum Beispiel die Funksteckdosen aus dem AB440S/3C 3er Set von ELRO über Ihren Raspberry Pi steuern können.

Als Grundlage für die folgende Anleitung wird das derzeit aktuelle Raspbian Image vom 25.05.2013 (2013-05-25-wheezy-raspbian.zip) verwendet.

433MHz Sendermodule anschließen

Es gibt verschiedene 433MHz Sendemodule auf dem Markt. Inzwischen konnte ich die folgenden zwei Sendemodule erfolgreich am Raspberry Pi testen. Beide Module kann man bei eBay von verschiedenen Händlern relativ günstig erwerben.

Das erste Sendemodul mit der Aufschrift HD R433M hat vier Anschlüsse herausgeführt. Diese sind mit VCC für die Versorgungsspannung, mit GND für die gemeinsame Masse, mit DATA für die Datenleitung und mit ANT für die benötigte Antenne gekennzeichnet.

433MHZ Sendemodul mit 4 Pins - Vorderansicht  433MHZ Sendemodul mit 4 Pins - Rückansicht

Dieses 433MHz Sendemodul sollten Sie wie folgt an Ihren Raspberry Pi anschließen.

433MHZ Sendemodul mit 4 Pins - Schaltplan

Der zweite 433MHz Sender ist mit LR1 433.92 beschriftet und besitzt nur drei herausgeführte Pins. Diese sind mit ATAD für die Datenleitung, mit VCC für die Versorgungsspannung und mit GND für die gemeinsame Masse gekennzeichnet. Die Antenne muss bei diesem Modul in die mit ANT beschriftete Lötstelle eingelötet werden.

433MHZ Sendemodul mit 3 Pins - Voderansicht  433MHZ Sendemodul mit 3 Pins - Rückansicht

Dieses 433MHz Sendemodul sollten Sie wie folgt an Ihren Raspberry Pi anschließen.

433MHZ Sendemodul mit 3 Pins - Schaltplan

Berechnung der Antennenlänge

Damit Sie im mit den Sendemodulen im 433MHz Frequenzband senden können, benötigen Sie noch eine passende Antenne. Hierfür können Sie einen einfachen Draht verwenden welcher auf die erforderliche Länge zugeschnitten wurde. Die Länge des Drahtes berechnet sich nach den folgenden Formeln. Zuerst müssen Sie die Wellenlänge bei 433MHz berechnen. Diese errechnet sich aus der Lichtgeschwindigkeit geteilt durch die zu sendende Frequenz (also 433MHz).

Berechnung der Wellenlänge bei 433MHz

Die Antennenlänge ist ein Viertel der Wellenlänge und beträgt daher 17,32cm.

Berechnung der Antennenlänge bei 433MHz

Für Ihre Antenne verwenden Sie am Besten einen Kupferdraht welchen Sie auf ca. 17,32cm kürzen und mit dem Sendemodul verbinden.

Abhängigkeiten installieren

Nachdem das Sendemodul mit Ihrem Raspberry Pi verbunden und auch eine Antenne angefertigt wurde, können Sie sich jetzt der Software widmen. Aktualisieren Sie unter Raspbian zuerst die lokale Paketdatenbank.

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get update

Anschließend installieren Sie wenn nötig das Paket git-core aus dem Raspbian-Repository.

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get install git-core

WiringPi installieren

Laden Sie den Quellcode der WiringPi Library mit dem folgenden Befehl herunter.

pi@raspberrypi ~ $ git clone git://git.drogon.net/wiringPi

Wechseln Sie anschließend in das Verzeichnis mit dem Quellcode.

pi@raspberrypi ~ $ cd wiringPi

Rufen Sie hier das Build-Skript auf, damit der Quellcode übersetzt und WiringPi installiert wird.

pi@raspberrypi ~/wiringPi $ ./build

Kehren Sie danach wieder in Ihr Heimatverzeichnis zurück.

pi@raspberrypi ~/wiringPi $ cd ~

Raspberry-Remote installieren

Laden Sie mit folgendem Befehl den Quellcode von Raspberry-Remote herunter.

pi@raspberrypi ~ $ git clone git://github.com/xkonni/raspberry-remote.git

Wechseln Sie anschließend in das Verzeichnis mit dem Quellcode.

pi@raspberrypi ~ $ cd raspberry-remote

Kompilieren Sie hier den Quellcode für send mit dem folgenden Befehl.

pi@raspberrypi ~/raspberry-remote $ make send

Das kompilierte Binary können Sie wenn gewünscht mit strip noch etwas abspecken.

pi@raspberrypi ~/raspberry-remote $ strip send

Verschieben Sie anschließend das erzeugte Binary in das Verzeichnis /usr/local/sbin und benennen dieses dabei auch gleich um.

pi@raspberrypi ~/raspberry-remote $ sudo mv send /usr/local/sbin/send433

Ändern Sie jetzt noch den Eigentümer und die Zugrifssrechte.

pi@raspberrypi ~/raspberry-remote $ sudo chown root:root /usr/local/sbin/send433
pi@raspberrypi ~/raspberry-remote $ sudo chmod 0755 /usr/local/sbin/send433

Funksteckdosen schalten

Die 433MHz Funksteckdosen können jetzt mit dem folgenden Befehlskonstrukt ein- und ausgeschaltet werden. Dem Befehl müssen Sie dabei drei Parameter angeben. Der Hauscode oder auch System-Code genannt ist ein fünfstelliger binärer Wert welcher zwischen 00000 und 11111 liegt. Den Hauscode sollten Sie bereits über DIP-Schalter in den Funksteckdosen gesetzt haben. Die Steckdosennummer oder auch Unit-Code genannt kann zwischen 1 und 5 liegen. Der Unit-Code wird ebenfalls über DIP-Schalter in den Funksteckdosen gesetzt. Dabei entspricht 10000 der ersten Funksteckdose und 00001 der fünften Steckdose. Der dritte und letzte Paramter gibt an, ob die Steckdose ein- oder ausgeschaltet werden soll. Zum Einschalten geben Sie den Wert 1 und zum Ausschalten den Wert 0 an.

pi@raspberrypi ~ $ sudo send433 <Hauscode> <Steckdosennummer> <Zustand>

Der folgende Befehl schaltet die erste Funksteckdose mit dem System-Code 11000 ein.

pi@raspberrypi ~ $ sudo send433 11000 1 1
sending systemCode[11000] unitCode[1] command[1]

Durch den folgenden Befehl wird die dritte Funksteckdose mit dem System-Code 11000 ausgeschaltet.

pi@raspberrypi ~ $ sudo send433 11000 3 0
sending systemCode[11000] unitCode[1] command[0]


Dieser Eintrag wurde am 14.07.2013 erstellt und zuletzt am 25.09.2016 bearbeitet.

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