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SuSE Linux 10.1: Apcupsd einrichten


1. Einleitung

Apcupsd ist ein Daemon zum Steuern und Überwachen von UPS-Modellen des Herstellers APC. Sobald ein Stromausfall auftritt überbrückt die unterbrechungsfreie Stromversorgung (UPS) die Stromversorgung des Servers und der APC UPS Daemon meldet dies den Benutzern. Wird ein vorgegebener minimaler Überbrückungszeitraum unterschritten, wird vom Apcupsd ein automatischer Shutdown eingeleitet um somit eventuellem Datenverlust vorzubeugen.

Im Folgenden möchte ich Ihnen die Konfiguration des APC UPS Daemons anhand der APC Back-UPS RS 800VA zeigen.

2. Installation

Für die Verkabelung der UPS nehmen Sie wenn nötig das Handbuch des Herstellers zu Hilfe. Wenn Sie das USB-Datenkabel mit dem Server verbunden haben, können Sie mit folgendem Befehl überprüfen ob die UPS erkannt wurde.

suse101:~ # lsusb

Sie erhalten anschließend eine Übersicht der angeschlossenen USB-Geräte in welcher auch die APC Back-UPS erscheinen sollte.

... ID 051d:0002 American Power Conversion Back-UPS Pro 500/1000/1500

Installieren Sie jetzt das Paket apcupsd.

suse101:~ # yast -i apcupsd

3. Standalone-Konfiguration

Nach der Installation müssen Sie noch einige Änderungen an der Konfigurationsdatei vornehmen. Da es verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten gibt, möchte ich hier nur auf zwei Grundkonfigurationen eingehen.

Die erste Konfigurationsart ist die Standalone-Variante. Hier wird nur ein Rechner von der UPS versorgt welcher auch die Überwachung übernimmt.

Öffnen Sie zuerst die Konfigurationsdatei des APC UPS Daemons.

suse101:~ # mcedit /etc/apcupsd/apcupsd.conf

Ersetzen Sie nun hinter der Option UPSCABLE den Wert smart durch usb.

UPSCABLE usb

Bei der Option UPSTYPE wird ebenfalls apcsmart durch usb ersetzt.

UPSTYPE usb

Die angegebene Schnittstelle (normalerweise /dev/ttyS0) hinter der Option DEVICE sollten Sie entfernen.

DEVICE

Überprüfen Sie auch die folgenden zwei Optionen.

UPSCLASS standalone
UPSMODE disable

Dies waren die wichtigsten Optionen um eine Verbindung zur UPS aufzubauen und diese zu überwachen. Die nächsten zwei Optionen geben an wann ein System-Shutdown ausgeführt wird.

Durch die Option BATTERYLEVEL können Sie prozentual angeben bei welcher Restladung der UPS-Batterie der Shutdown-Befehl ausgeführt werden soll.

BATTERYLEVEL 5

Eine weitere Möglichkeit bietet die Option MINUTES welche die errechnete Restlaufzeit der UPS zu Hilfe nimmt.

MINUTES 3

In beiden Fällen sollten Sie aber beachten, dass noch genug Batteriekapazität für den Shutdown zur Verfügung steht.

Sobald Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, speichern Sie die Konfiguration und starten den APC UPS Daemon.

suse101:~ # rcapcupsd start

Wenn Sie bereits Apache2 auf Ihrem Server installiert haben, können Sie sich unter folgender Adresse den UPS-Status graphisch ansehen.

http://192.168.10.1/cgi-bin/multimon.cgi

Alternativ zur Webübersicht können Sie auch die Logdatei kontrollieren ob der Daemon gestartet und die UPS erkannt wurde.

suse101:~ # tail -f /var/log/apcupsd.events

Einen Statusbericht Ihrer UPS können Sie sich mit folgendem Befehl ausgeben lassen.

suse101:~ # apcaccess status

4. Master/Slave-Konfiguration

Die Master/Slave-Konfiguration ist die zweite Konfigurationsvariante die ich hier vorstellen möchte. Bei dieser Variante gibt es zwei oder mehrere Rechner welche von einer UPS versorgt werden. Über eine Netzwerkverbindung zwischen den Rechnern werden die Statusdaten der UPS ausgetauscht.

Sollten Sie diese Art der Konfiguration einsetzen, vergessen Sie bitte nicht auch die Netzwerkinfrastruktur, über welche die Rechner verbunden sind, mit der UPS abzusichern.

Zuerst ändern wir die Konfiguration des Masters, dazu öffnen Sie wieder die Konfiguration.

suse101:~ # mcedit /etc/apcupsd/apcupsd.conf

Die folgenden Einstellungen für die Verbindung zur UPS sind identisch mit der Standalone-Konfiguration.

UPSCABLE usb
UPSTYPE usb
DEVICE

Ändern Sie nun die UPSCLASS von standalone auf netmaster.

UPSCLASS netmaster

Des Weiteren müssen Sie den UPSMODE auf net ändern.

UPSMODE net

Die Option NETTIME gibt an in welchem Abstand die Slave-Rechner den UPS-Status abfragen sollen. Da 100 Sekunden ein relativ langer Zeitraum ist, verkürze ich ihn auf 10 Sekunden.

NETTIME 10

Der Port für den Datenaustausch wird bei NETPORT angegeben.

NETPORT 6666

Als letzte Einstellung am Server müssen Sie noch die IP-Adressen der Clients angeben.

SLAVE 192.168.10.2

Wenn die Master-Konfiguration abgeschlossen wurde, speichern Sie die Konfiguration ab und starten den APC UPS Daemon.

suse101:~ # rcapcupsd start

Kommen wir nun zur Slave-Konfiguration. Öffnen Sie deshalb die Konfigurationsdatei auf dem Slave-System.

suse101:~ # mcedit /etc/apcupsd/apcupsd.conf

Passen Sie jetzt die folgenden Optionen an.

UPSCABLE ether
UPSTYPE smartups
DEVICE
UPSCLASS netslave
UPSMODE net

Sollten Sie den Port beim Master geändert haben, sollten Sie auch hier diesen Port angeben.

NETPORT 6666

Bei der nächsten Option müssen Sie die IP-Adresse des Masters eintragen.

MASTER 192.168.10.1

Speichern Sie die Konfiguration ab und starten den Daemon auf dem Slave-System.

suse101:~ # rcapcupsd start

Nach kurzer Zeit sollten Sie die folgende Broadcastmeldung und auch einen Eintrag in der Logdatei erhalten.

Connection from master established.


Dieser Eintrag wurde am 02.08.2006 erstellt und zuletzt am 03.11.2012 bearbeitet.

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